Wie viel Kompromissbereitschaft ist in einer Beziehung notwendig?

Wer eine glückliche Partnerschaft führt, weiß, dass dies nur möglich ist, wenn auf die Bedürfnisse des anderen ausreichend eingegangen und der Partner nicht ganz allein für eine funktionierende Beziehung verantwortlich gemacht wird.

Wie eine glückliche Partnerschaft aussehen sollte?

Ausschlaggebend ist, dass beide Partner in der Lage sind, ihr Leben allein zu bewältigen – dafür müssen sie unbedingt an sich selbst und ihre Fähigkeiten glauben. Nur so entsteht dem anderen gegenüber keiner Erwartungshaltung und damit auch weniger Streit. Die Macken des Partners müssen ebenfalls akzeptiert werden und die offene Kommunikation der Bedürfnisse und Wünsche sollte einwandfrei funktionieren. Kommt es doch einmal zu Auseinandersetzungen, müssen beide Seiten in der Lage sein, die eigene Sicht neutral darzustellen und frei von Vorwürfen gemeinsam nach Kompromissen zu suchen.


Wie eine Beziehung jedoch in den meisten Fällen aussieht?

Gerade bei langjährigen Partnerschaften sorgt das Thema "zufriedenstellende Kompromisse finden" immer häufiger für Missverständnisse und Streitigkeiten. Einer der Partner fühlt sich oftmals nicht ausreichend verstanden oder hat sogar den Eindruck, dass auf seine Bedürfnisse nicht eingegangen wird.
Auch wenn jeder Mensch grundlegend bemüht ist, sich anderen anzupassen, um einer sozialen Gruppe anzugehören, so hat er doch auch seine ganz eigenen Vorstellungen vom Leben und individuelle Wünsche, die er umsetzen möchte, ohne dabei auf zu viel Widerstand von außen zu stoßen. Dazu dienen eben genau diese Kompromisse (nicht nur in einer Partnerschaft, sondern auch bei allen anderen sozialen Kontakten), die die Freiheit jedes Einzelnen auf den gleichzeitigen Rückhalt einer Gruppe stützt.


Wie man Kompromisse finden und umsetzen kann?

Eine Lösung für eben dieses Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit zu finden und weiterhin den sozialen Rückhalt zu spüren, ist gar nicht so leicht. Wichtig: Beide Partner müssen in der Beziehung glücklich sein, damit sie funktionieren kann. Das klappt nur, wenn Kompromisse gefunden werden und jeder der Partner dem anderen zuliebe hin und wieder zurücksteckt. Eigene Vorstellungen und Bedürfnisse sollen dabei nicht völlig ignoriert werden, aber es muss eine Situation geschaffen werden, mit der beide Partner gut leben können.
Um diese Kompromisse finden zu können, sollte ganz offen kommuniziert und der andere so über sich verändernde Ziele und Wünsche in Kenntnis gesetzt werden. Ein Gespräch in einer ruhigen Atmosphäre – frei von Vorwürfen – ist hierfür genau richtig. Es muss akzeptiert werden, dass der Partner auch einmal anderer Meinung ist und es nur darauf ankommt, ob geeignete Lösungen vorstellbar sind, mit denen sich beide zufriedengeben.


Welche Kompromisse in einer Beziehung nichts verloren haben?

In der Tat gibt es Bereiche des Lebens, in denen dem Partner zuliebe keine Kompromisse eingegangen werden sollten. Dazu zählen genau die Dinge, die für eine unabhängige und damit zufriedenstellende Lebensführung wichtig sind und auf die nur verzichtet werden soll, damit die Partnerschaft überhaupt eine Chance hat, die aber die eigene Zufriedenheit unmöglich machen. Freunde und Familie

Dazu zählen:

Freunde und Familie: solche engen Beziehungen dürfen trotz Partnerschaft nicht vernachlässigt werden. Ein gleichbleibendes Interesse am Leben der Anderen und regelmäßige Treffen sind wichtig, um diese sozialen Kontakte nicht aus den Augen zu verlieren. Nur wer auch außerhalb der Paarbeziehung sozial vernetzt ist, kann glücklich sein.

Unabhängigkeit: So schön und verbindend eine Beziehung auch sein mag, es ist wichtig, dass sich beide Partner ihre persönlichen Freiheiten bewahren. Dazu zählen nicht nur soziale Kontakte, auch der eigene Kleidungsstil sowie unterschiedliche Interessen und Ansichten. Wer auf bestimmte Dinge völlig verzichtet oder gewissen Aktivitäten nur nachgeht, um dem Partner zu gefallen, der verbiegt sich und wird damit unglücklich, da er sich früher oder später selbst verliert. 

Hobbys: Sich zwischendurch ganz eigene Erlebnisse zu schaffen ist unabdingbar. Nicht nur, dass dem Partner zuliebe nicht auf die Dinge verzichtet werden sollte, die Freude bereiten – es gibt am Ende des Tages auch viel mehr Spannendes, wovon dem anderen berichtet werden kann.

Träume: Es ist nicht wichtig, ob die genau gleichen Sehnsüchte miteinander geteilt werden. Entscheidend ist, dass der Partner ausreichend Rückhalt bietet und den anderen bei der Umsetzung dieser Wünsche unterstützt. Der Glaube aneinander und die ehrliche Bestärkung sind bedeutender als die exakte Übereinstimmung der Träume.

Eigenständigkeit: Möchte der eine Partner dem anderen den Mund verbieten und ihn damit in seiner Freiheit einschränken, ist dieses Verhalten ein echter Beziehungskiller und sollte darum schnellstmöglich aus dem Weg geschafft werden, wenn die Partnerschaft eine Zukunft haben soll.

Respekt: Hat der Partner den Respekt verloren und macht sich immer wieder – auch in größerer Runde – über den anderen lustig, ist das ein absolutes No-Go. Eine Beziehung lebt von Vertrauen, das mit einem solchen Verhalten aber keine Chance hat, aufgebaut und vertieft zu werden.

Gewalt: In diesem Punkt sollten keinerlei Zugeständnisse gemacht werden. Physische und psychische Gewalt sind absolut inakzeptabel und damit ein triftiger Grund, den Schlussstrich zu ziehen.


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